Alle Fragen und Antworten zum ISK

Aktualisiert am 19.08.2025
3 Min. Lesezeit

Unsere Expertinnen und Experten begleiten Betroffene tagtäglich mit den Fragen rund um den intermittierenden Selbstkatheterismus (ISK): Was ist ISK genau? Tut das weh? Wie oft muss ich mich katheterisieren – und sieht man anderen überhaupt an, dass ich ISK anwende? 

In diesem Fragen-und-Antworten-Ratgeber finden Sie kompakt die wichtigsten Informationen rund um ISK – von den medizinischen Grundlagen über die praktische Durchführung im Alltag bis hin zu Produktauswahl, Kosten und Unterstützungsangeboten.

Alexander Tobian
Abteilungsleiter Vertriebsbüro & Abrechnung
Geprüft von: Daniela Diemann | Fachkraft für Kontinenzförderung

Einleitung

Beim intermittierenden Selbstkatheterismus wird die Blase mithilfe eines Einmalkatheters selbstständig entleert. Der dünne, flexible Schlauch wird vorsichtig über die Harnröhre in die Blase eingeführt und nach der Entleerung direkt wieder entfernt. So bleibt kein Katheter dauerhaft im Körper, was unter anderem das Risiko für Harnwegsinfektionen senken kann und vielen Frauen, Männern und Kindern mehr Unabhängigkeit im Alltag ermöglicht.

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Zusammenfassung
Das Wichtigste in Kürze
  • ISK ist eine Methode, bei der Sie Ihre Blase selbst entleeren.
  • ISK verursacht in der Regel keine Schmerzen und ist bei richtiger Anwendung sicher.
  • Sie katheterisieren sich mehrmals täglich und können ISK gut in Ihren Alltag integrieren.
  • Es gibt verschiedene ISK-Katheter; der passende wird individuell nach Ihren Bedürfnissen ausgewählt.
  • Die Kosten für ISK-Katheter werden meist von der Krankenkasse übernommen (nur Zuzahlung).

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Medizinisches & Grundwissen zum ISK

Intermittierender Selbstkatheterismus (ISK) wirft oft viele grundsätzliche medizinische Fragen auf – von der Funktionsweise bis zu möglichen Risiken. In diesem Abschnitt erhalten Sie einen Überblick darüber, warum ISK notwendig sein kann, wie lange und wie häufig er durchgeführt wird und welche gesundheitlichen Kontrollen sinnvoll sind.

Was ist intermittierender Selbstkatheterismus (ISK)?

Hierbei handelt es sich um den Selbstkatheterismus der Harnblase mittels eines PVC-Einmalkatheters (dünner, flexibler Schlauch). Die Durchführung findet in regelmäßigen Abständen (je nach Blasenfüllung) statt.

Was muss ich grundsätzlich über ISK wissen?

Die Methode des ISK erfolgt ausschließlich nach ärztlicher Rücksprache und Anordnung. Bei Frauen wird überwiegend die Größe CH 12 und bei Männern CH14 eingesetzt. Zum Einsatz sollten generell gleitfähige Katheter zum Einsatz kommen.

Kann es zu Schmerzen oder Schädigungen kommen?

Es entstehen in der Regel keine Schmerzen. Das Einführen des Katheters wird als Fremdkörpergefühl wahrgenommen. Beim Mann entsteht ein Druckgefühl beim Überwinden der Prostata und des Schließmuskels.

Welche möglichen Gründe (Indikationen) können dazu führen, dass ich mich selbst katheterisieren muss?
  • Ersatzblase (Pouch)
  • Querschnittlähmung
  • Spina Bifida (offener Rücken)
  • schwere Bandscheibenschäden
  • Schädel-Hirn-Verletzungen
  • Blasenentleerungsstörungen infolge von:
    • Multipler Sklerose (MS)
    • Diabetes
  • Restharnblase als Folge einer gutartige
  • Prostatavergrößerung
  • chronischer Alkoholmissbrauch
  • Psychogene Erkrankungen
Welche Voraussetzungen sind erforderlich, damit ich mich selber katheterisieren kann?

Sie sollten grundsätzlich anatomisch und körperlich in der Lage sein sich selbst zu katheterisieren. Grundvoraussetzung dabei ist, dass Sie bereit sind sich mehrfach tgl. selbst zu katheterisieren. Sie besitzen motorische und kognitive Fähigkeiten zur Vor- und Nachbereitung sowie der Durchführung des Katheterismus.

Wie häufig muss ich mich katheterisieren?

Unterschiedlich, in der Regel zwischen 6-8x/Tag. Der Betroffene sollte sich an seinem Trinkverhalten und natürlichen Entleerungs-intervall orientieren. Das kann je nach medizinischer Situation und den persönlichen Lebensumständen variieren.

Über welchen Zeitraum müssen Betroffene sich katheterisieren?

Dies ist individuell abhängig von den Diagnosen und dem persönlichen Allgemeinzustand:

  • z.B. nach Operationen
  • oft bei Blasenentleerungsstörungen bis zu akutem Harnverhalt

Die Ursachen können motorisch, neurogen oder mechanisch sein.

Soll ich mich regelmäßig untersuchen lassen?

Die Deutsche Gesellschaft für Urologie empfiehlt:

  • Harnkontrolle alle 2 Monate
  • Ultraschalluntersuchung der Harnorgane alle 6 Monate
  • klinische Untersuchung alle 12 Monate
  • bei neurologisch bedingten Erkrankungen eine Urodynamik (Blasendruckmessung) alle 6-12 Monate

Durchführung, Alltag & Diskretion

Viele Betroffene fragen sich, wie sie ISK im Alltag praktisch umsetzen können, ohne ihre gewohnte Lebensführung stark zu verändern. Hier erfahren Sie, wie Sie ISK erlernen, wie der Ablauf Schritt für Schritt aussieht und wie diskret die Anwendung im täglichen Leben möglich ist.

Wie erlerne ich ISK?

Die Anleitung sollte durch Spezialisten des Hilfsmittellieferanten erfolgen (Pflegefachkräfte/Urotherapeuten etc.). Das hilft dabei Blockaden zum der Thematik abzubauen und gleichzeitig das geeignete Produkt zu finden.

Wie läuft der Selbstkatheterismus ab, wo bekomme ich Hilfe?

Zu Frage des Ablaufs nehmen Sie gerne Kontakt zu unseren ISK-Spezialisten auf.

Hierzu können Sie direkt auf www.mpf-medical.de/experten klicken. Dort finden Sie Ihren Spezialisten und Ansprechpartner inklusive der Kontaktdaten in Ihrer Region nach Postleitzahlen. Alternativ nehmen Sie direkt Kontakt mit unserer Zentrale der unter Rufnummer 0461 4068620 auf.  Wir helfen Ihnen gerne weiter!

Muss ich meinen Tagesablauf umstellen?

Nein, ISK lässt sich einfach in den Tagesablauf integrieren. Betroffene sollten regelmäßige Zeiten finden. Das ist hilfreich für die eigene Routine.

Sieht man, wenn ich mich selbst katheterisiere?

Nein, die Produkte sind heute zum Teil so klein, dass diese diskret in einer kleinen Tasche oder Rucksack transportiert werden können.

Produkte, Kosten & Unterstützung

Für ISK stehen verschiedene Katheter und Versorgungslösungen zur Verfügung, die an Ihre persönliche Situation angepasst werden können. In diesem Teil finden Sie Informationen zur Produktauswahl, zu möglichen Kosten und zu Unterstützungsangeboten, die Sie auf Ihrem Weg begleiten.

Gibt es unterschiedliche Katheter?

Ja, es gibt:

  • sofort gebrauchsfertige (hydrophil beschichtete)
  • mit Aktivierung über einen beigefügten Wasserbeutel
  • Produkte auf Gelbasis
Wovon ist die Auswahl des Produkts abhängig?
  • vom Geschlecht
  • Katheterisiere ich selbst oder mit
  • Unterstützung durch Dritte (Angehörige/Pflegefachkräfte etc.)
  • sitze ich im Rollstuhl oder kann ich stehen vor der Toilette katheterisieren
  • pers. Umfeld/viel unterwegs
  • Handling des Materials
  • dem Handicap des Betroffenen
  • der persönlichen anatomischen Situation
  • Eigenschaften des Kathetermaterials (Rigidität/Beschichtung/Katheterspitze)
Muss ich die ISK-Katheter selbst bezahlen?

Die Verordnung der Katheter erfolgt über ein sog. „Hilfsmittelrezept“. Wenn Sie nicht von der gesetzlichen Zuzahlung befreit sind, müssen Sie lediglich den gesetzlich festgelegten Zuzahlungsanteil zahlen.

Für Hilfsmittel gilt die Zuzahlungsregel von 10 Prozent - mindestens jedoch 5 Euro und maximal 10 Euro.

Gibt es zusätzliche Hilfe, welche ich zur Unterstützung nutzen kann?

Ja, unter anderem gibt es:

  • Kleiderhalter
  • Beinspiegel
  • Penishalter
  • Penisstütze
  • Kniespreitzer
  • etc. (unsere Berater geben Ihnen gerne weitere Hilfestellung)

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