Einleitung
Beim intermittierenden Selbstkatheterismus wird die Blase mithilfe eines Einmalkatheters selbstständig entleert. Der dünne, flexible Schlauch wird vorsichtig über die Harnröhre in die Blase eingeführt und nach der Entleerung direkt wieder entfernt. So bleibt kein Katheter dauerhaft im Körper, was unter anderem das Risiko für Harnwegsinfektionen senken kann und vielen Frauen, Männern und Kindern mehr Unabhängigkeit im Alltag ermöglicht.
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Medizinisches & Grundwissen zum ISK
Intermittierender Selbstkatheterismus (ISK) wirft oft viele grundsätzliche medizinische Fragen auf – von der Funktionsweise bis zu möglichen Risiken. In diesem Abschnitt erhalten Sie einen Überblick darüber, warum ISK notwendig sein kann, wie lange und wie häufig er durchgeführt wird und welche gesundheitlichen Kontrollen sinnvoll sind.
Hierbei handelt es sich um den Selbstkatheterismus der Harnblase mittels eines PVC-Einmalkatheters (dünner, flexibler Schlauch). Die Durchführung findet in regelmäßigen Abständen (je nach Blasenfüllung) statt.
Die Methode des ISK erfolgt ausschließlich nach ärztlicher Rücksprache und Anordnung. Bei Frauen wird überwiegend die Größe CH 12 und bei Männern CH14 eingesetzt. Zum Einsatz sollten generell gleitfähige Katheter zum Einsatz kommen.
Es entstehen in der Regel keine Schmerzen. Das Einführen des Katheters wird als Fremdkörpergefühl wahrgenommen. Beim Mann entsteht ein Druckgefühl beim Überwinden der Prostata und des Schließmuskels.
- Ersatzblase (Pouch)
- Querschnittlähmung
- Spina Bifida (offener Rücken)
- schwere Bandscheibenschäden
- Schädel-Hirn-Verletzungen
- Blasenentleerungsstörungen infolge von:
- Multipler Sklerose (MS)
- Diabetes
- Restharnblase als Folge einer gutartige
- Prostatavergrößerung
- chronischer Alkoholmissbrauch
- Psychogene Erkrankungen
Sie sollten grundsätzlich anatomisch und körperlich in der Lage sein sich selbst zu katheterisieren. Grundvoraussetzung dabei ist, dass Sie bereit sind sich mehrfach tgl. selbst zu katheterisieren. Sie besitzen motorische und kognitive Fähigkeiten zur Vor- und Nachbereitung sowie der Durchführung des Katheterismus.
Unterschiedlich, in der Regel zwischen 6-8x/Tag. Der Betroffene sollte sich an seinem Trinkverhalten und natürlichen Entleerungs-intervall orientieren. Das kann je nach medizinischer Situation und den persönlichen Lebensumständen variieren.
Dies ist individuell abhängig von den Diagnosen und dem persönlichen Allgemeinzustand:
- z.B. nach Operationen
- oft bei Blasenentleerungsstörungen bis zu akutem Harnverhalt
Die Ursachen können motorisch, neurogen oder mechanisch sein.
Die Deutsche Gesellschaft für Urologie empfiehlt:
- Harnkontrolle alle 2 Monate
- Ultraschalluntersuchung der Harnorgane alle 6 Monate
- klinische Untersuchung alle 12 Monate
- bei neurologisch bedingten Erkrankungen eine Urodynamik (Blasendruckmessung) alle 6-12 Monate
Durchführung, Alltag & Diskretion
Viele Betroffene fragen sich, wie sie ISK im Alltag praktisch umsetzen können, ohne ihre gewohnte Lebensführung stark zu verändern. Hier erfahren Sie, wie Sie ISK erlernen, wie der Ablauf Schritt für Schritt aussieht und wie diskret die Anwendung im täglichen Leben möglich ist.
Die Anleitung sollte durch Spezialisten des Hilfsmittellieferanten erfolgen (Pflegefachkräfte/Urotherapeuten etc.). Das hilft dabei Blockaden zum der Thematik abzubauen und gleichzeitig das geeignete Produkt zu finden.
Zu Frage des Ablaufs nehmen Sie gerne Kontakt zu unseren ISK-Spezialisten auf.
Hierzu können Sie direkt auf www.mpf-medical.de/experten klicken. Dort finden Sie Ihren Spezialisten und Ansprechpartner inklusive der Kontaktdaten in Ihrer Region nach Postleitzahlen. Alternativ nehmen Sie direkt Kontakt mit unserer Zentrale der unter Rufnummer 0461 4068620 auf. Wir helfen Ihnen gerne weiter!
Nein, ISK lässt sich einfach in den Tagesablauf integrieren. Betroffene sollten regelmäßige Zeiten finden. Das ist hilfreich für die eigene Routine.
Nein, die Produkte sind heute zum Teil so klein, dass diese diskret in einer kleinen Tasche oder Rucksack transportiert werden können.
Produkte, Kosten & Unterstützung
Für ISK stehen verschiedene Katheter und Versorgungslösungen zur Verfügung, die an Ihre persönliche Situation angepasst werden können. In diesem Teil finden Sie Informationen zur Produktauswahl, zu möglichen Kosten und zu Unterstützungsangeboten, die Sie auf Ihrem Weg begleiten.
Ja, es gibt:
- sofort gebrauchsfertige (hydrophil beschichtete)
- mit Aktivierung über einen beigefügten Wasserbeutel
- Produkte auf Gelbasis
- vom Geschlecht
- Katheterisiere ich selbst oder mit
- Unterstützung durch Dritte (Angehörige/Pflegefachkräfte etc.)
- sitze ich im Rollstuhl oder kann ich stehen vor der Toilette katheterisieren
- pers. Umfeld/viel unterwegs
- Handling des Materials
- dem Handicap des Betroffenen
- der persönlichen anatomischen Situation
- Eigenschaften des Kathetermaterials (Rigidität/Beschichtung/Katheterspitze)
Die Verordnung der Katheter erfolgt über ein sog. „Hilfsmittelrezept“. Wenn Sie nicht von der gesetzlichen Zuzahlung befreit sind, müssen Sie lediglich den gesetzlich festgelegten Zuzahlungsanteil zahlen.
Für Hilfsmittel gilt die Zuzahlungsregel von 10 Prozent - mindestens jedoch 5 Euro und maximal 10 Euro.
Ja, unter anderem gibt es:
- Kleiderhalter
- Beinspiegel
- Penishalter
- Penisstütze
- Kniespreitzer
- etc. (unsere Berater geben Ihnen gerne weitere Hilfestellung)